Man muß den Feind einschätzen können…

Da hinten kommt Lenny… hhmmm…  ich glaube, ich ziehe mich mal kurz ein bißchen zurück.

Jep, von hier ist der Ausblick auch viel besser.

Da zieht er hin…

… und hat mal wieder nichts mitbekommen.

*          *          *

Da hinten kommt Cooky… hhmmm…  Ich glaube, ich bleibe einfach mal hier sitzen und laß ihn näher kommen…

… noch näher…

… und noch ein bißchen näher…

… tja, bei dem Spielchen bin ich einfach besser, als du!

Ab in den Urlaub

Es war mal wieder Zeit für eine Reise – auf uns wartete die Wohnung meiner Tante und meines Onkels in Rottach-Egern am Tegernsee. Wie üblich war Scotty äußerst besorgt, daß wir womöglich ohne ihn losfahren und nie wiederkommen könnten, weshalb er wie festgetackert im Kofferraum lag, seit dieser am Tag der Abreise das erste mal geöffnet wurde, während Dirk sich überlegte, wie man unsere Taschen etc. am besten auf der Rückbank unterbringen könnte. (Es versteht sich von selber, daß auf Reisen die Menschen und sämtliches Gepäck sich den Passagierraum teilen müssen, während der Hund den Kofferraum für sich alleine hat :-)).

Das Katertier ließen wir zur Bewachung des Hauses zurück, Fütterung und Bespaßung wurden mal wieder von den Nachbarn übernommen.

Die ersten zwei Drittel meinte es der Wettergott weit besser mit uns, als die Vorhersagen, weshalb Scotty jede Menge Gelegenheit hatte, mit uns Terrasse und Garten zu nutzen:

Einmal waren wir alle drei bei AlpspiX – zwei X-förmig angeordneten Aussichtsplattformen auf der Alpspitze. Wenn man sich raustraut (man sollte schon schwindelfrei sein), hat man einen grandiosen Ausblick auf Garmisch-Patenkirchen, die Zugspitze und das ganze umliegende Alpenpanorama – und einen direkten Blick etwa 1.000 m in die Tiefe, denn die Böden der Plattformen sind Gitterroste und die Absperrung nach vorne ist aus Glas und nach vorne geneigt. Nach oben kommt man entweder sportlich und kostenlos zu Fuß – oder für ganz schön viel Geld mit der Seilbahn. Wir haben letzteres gemacht, wobei Scotty die Fahrt ziemlich cool gemeistert hat.

(Photos werden allerdings dem tatsächlichen Erlebnis, auf diesen Plattformen zu stehen, nicht gerecht.)

Anschließend sind wir noch durch die Partnachklamm gelaufen. Das fand Scotty weniger lustig, da das Wasser mit ziemlichem Getöse durch die enge Schlucht donnert.

Seit wir in dieser Klamm waren, weiß ich übrigens, daß

1. Helms Klamm im „Herrn der Ringe“ gar keine Klamm ist und

2. alle Abenteurer ziemlich klamm (sprich naß und kalt) sein werden, sollte ich mal als Spielleiter eine Gruppe durch eine solche schicken. 🙂

Daneben war natürlich auch viel Zeit für Spaziergänge – aus Scottys Sicht vorzugsweise am Tegernsee oder an der Weißach:

Zur Not kann man so einen Prügel aber auch mal über Land transportieren:

*      *      *

Hier der Zwischenbericht unserer Nachbarin zu Timmys Befinden:

„Katzentier möchte nach wie vor Futter mit Ansprache aber verschmäht das Naßfutter. Wenn´s angetrochnet ist, entsorge ich das eben. Gestern hat er mich im carport abgefangen und wollte, dass ich mit reinkomme, damit er fressen kann. Ich könnt mich beömmeln. Morgens liegt er in der Regel zusammengerollt auf einem Sessel im Wohnzimmer und wenn ich ihn anspreche, guckt er mich an wie wenn er sagen möchte: ‚Wie? Jetzt schon die Rolläden hoch?'“

*      *      *

Ja, wo ist er denn, der kleine Hund?

Kuckuck!!!

Aber auch die Romantik kam nicht zu kurz auf unseren Wanderungen:

Damit unsere kulturelle Bildung nicht zur kurz kam, haben wir an einem der wettermäßig weniger erfreulichen Tage Schloß Neuschwanstein besucht. Drinnen darf man leider keine Photos machen (da wären aber auch viel zu viele Leute im Weg), aber von außen:

Neuschwanstein von der Marienbrücke aus mit Dirk…

…und mit Karin…

…und ohne Scotty…

…der mußte nämlich unten warten 🙁 (rotes Auto in der Bildmitte).

Übrigens hatte Scotty, während wir mit ganz ordinären Betten zufrieden sein mußten, ein Himmelbett . Das bot viele verschiedene Möglichkeiten, sich hinzulegen:

Ganz unumgänglich war dann irgendwann leider die Rückreise – wie üblich viel zu früh, aber wenigstens stilvoll mit einem schönen Café Latte im Pappbecher.

Ach, und was hat sich Timmy gefreut, daß wir wieder zurückwaren! Da war erst mal Kampfschmusen angesagt. Scotty hat sich wohl ebenfalls gefreut, er hat dem Kater nach einer Weile seinen Knoten zum Zerren gebracht – wie üblich ließ sich Timmy aber nicht dazu überreden (leider kein Photo).

Und endlich gab es wieder anständige gemeinsame Spaziergänge! Auch Scotty war sehr zufrieden, denn in Bayern gab es viel zu wenig Mäuse. Das Defizit holt er jetzt nach, es ist Mäuse-Hochsaison.

Aus dem Tagebuch eines Katers

Die meiste Zeit war es ja diesen Sommer viel zu heiß um groß durch die Gegend zu ziehen. Dann haben ich, Karin und Scotty nur den nächsten Bach aufgesucht und uns da ein wenig amüsiert.

Aber als es im Mai noch halbwegs erträglich war,  haben wir auch längere Touren gemacht…

…und haben am Wegesrand nach Mäusen gesucht.

Es war aber doch schon ganz schön warm. Darum haben ich und Karin uns zwischendurch niedergelassen und uns ein wenig ausgeruht.

„Wie jetzt, ihr beiden macht schon schlapp?“

„Na bestens, da kann ich doch in aller Ruhe ein paar Mäuse ausgraben…“

Während der Hund sich also ausgiebig der Jagd auf Nagetiere hingab, focht ich einen wilden Kampf mit einem Grashalm. Das kann man im Liegen machen und ist deshalb bedeutend weniger anstrengend.

Hmmm, so ein Grashalm wird aber auch irgendwann langweilig. Mal unauffällig schauen – Scotty noch beschäftigt?

Nein? Prima! Dann kann’s ja weitergehen!

Die eine Wiese war plötzlich von Kühen besetzt.

„Ganz ungefährlich“, meinte Scotty, „kannst kommen.“

Aber man kann da nicht vorsichtig genug sein. Erst mal in Ruhe aus sicherer Entfernung schauen.

So, dann noch mal ein kurzer Zwischenstopp…

…und dann ab nach Hause…

…auf die schattige Terrasse, ein wenig dösen.

Vögel am Fluß

Feldweg. Rechts windet sich der Fluß, links brüten Wiesen in der Hitze. Zwei Hasen mümmeln im Gras, vor der Herde grasender Nilgänse fallen sie kaum auf. Hinten, über dem Gerstenfeld, schießen Kibitze durch die Luft. Es sind so viele, das muß schon die erwachsene Brut sein. Ein Wind kommt auf und trägt die Witterung der Hunde zu den Hasen, die darauf das Weite suchen – unaufgeregt, bei diesen Temperaturen sollte man nichts übertreiben. Die Nilgänse fliegen auf und verlagern ihr Tätigkeitsgebiet rüber zum See.

Eine Nilgans dreht und fliegt in die entgegengesetzte Richtung zum Fluß. Sie gesellt sich dem Schwan zu, der dort auf dem Wasser schwimmt. Von jenseits des Flusses kommen mit pfeifenden Fluggeräuschen mehr als 20 Schwäne herangeflogen. Über dem Wasser teilen sie sich auf – ein Geschwader von vier Tieren wendet sich nach rechts und folgt dem Flußlauf, die anderen drehen eine Schleife und landen, mit den Füßen voran im Wasser abbremsend, auf dem Fluß bei ihrem Artgenossen und der Gans. Weiter hinten ziehen mit majestätischen Flügelschlägen krächzend einige Graureiher vorbei.

Da vorne macht der Fluß eine Biegung. Über ihm, vor der Kulisse des alten, kleinen Vulkans mit dem beschaulichen Städtchen auf seiner Spitze, jagen sich einige Möwen gegenseitig hin und her. Ein Bussard dreht über den Wiesen seine Kreise. Während die Hunde ebenfalls nach Mäusen suchen, erinnere ich mich zurück an den Frühling und an den Anblick der Störche, die in sieben, acht Tiere starken Gruppen dort einfielen. Es sieht gut aus für die Hunde und den Bussard, dies ist endlich mal wieder ein gutes Mäusejahr. Ein Frosch quakt. Der Wind wird stärker – Zeit, umzudrehen.

Über den Hügeln, die wir bis eben im Rücken hatte, haben sich bleigraue Wolken zusammengezogen, die die Sonne bedrohen. Das Gerstenfeld leuchtet unwirklich golden vor dem Anthrazit des Himmels, das Grün der Weiden am Fluß und der vom niedrigen Wasserstand freigelegten Wasserpflanzen gewinnt an Intensität. Ein Stück den Weg zurück schwimmen noch einige der Schwäne zusammen mit der Nilgans gemächlich vor sich hin.

Der Wind hat jetzt aufgehört. Es ist drückend geworden, und still. Die Sonne schickt als letzten Gruß einen Strahlenkranz über den Rand der mächtiger werdenden Wolkenberge. Plötzlich breiten die Schwäne die Flügel aus, laufen ein Stück über das Wasser und erheben sich in die Luft. Der Gans scheint das erst gar nicht aufzufallen. Erst nach einigen Sekunden blickt sie in Richtung ihrer davonfliegenden Gefährten, bricht in lautes Geschrei aus, fliegt hinterher, überholt die viel größeren Vögel und fliegt vor ihnen vorbei und zurück zum Fluß. Und die Schwäne? Die drehen ebenfall bei und folgen ihr zurück zum Wasser.

*           *           *

Nein, ich hatte bei diesem Spaziergang im Amöneburger Becken natürlich keinen Photoapparat dabei. Das Mal davor schon, da waren die Gans und der Schwan aber nicht da, deretwegen ich den Apparat mit hatte, weil ich die beiden ein paar Tage zuvor dort hatte gemeinsam schwimmen sehen 🙁

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