Timmy wieder unterwegs

Nachdem das am Mittwoch so wunderbar geklappt hatte, haben wir gestern wieder einen gemeinsamen Ausflug gemacht. Sprich: Timmy hat die Richtung bestimmt, ich bin ihm gefolgt und habe in altbewährter Manier vor dem jeweils zu erkundenden Grundstück gewartet.

Gleich zwei Grundstücke weiter tauchte Pinky auf, seines Zeichens unkastrierter Kater und Platzhirsch. Timmy kauerte sich hin und stimmte dieses charakteristische andauerende Katzengejaule an, während Pinky sich ganz langsam näherte. Auf eine gewisse Entfernung blieb er stehen, und dann spielten die beiden (Timmy weiterhin ununterbrochend jaulend) das Spiel „wer bewegt sich zuerst“. Wäre nicht nach einer Weile die Grundtücksinhaberin mit dem Auto nach Hause gekommen, wäre das wahrscheinlich noch eine ganze Weile so weitergegangen. Angesichts des Autos ist Timmy aber schnell ins Gebüsch hinter sich gesprungen, Pinky hinterher, dann gabs Katzengekreische, dann wurde sich wieder angestarrt.

Schließlich hat Timmy sich vom Acker gemacht. So einfach ließ Pinky ihn aber nicht davonkommen. Man kennt das doch aus Thrillern im Fernsehen: Während das Opfer wegrennt, folgt ihm der Bösewicht in aller Seelenruhe im Schrittempo, ohne je abgehängt zu werden. So muß man sich vorstellen, was nun folgte. Timmy lief geduckt ins nächste Grundstück, Pinky folgte ihm, fast schlendernd, aufrecht hinterher. Timmy über die Straße ins nächste Grundstück, Pinky schön langsam im Schlepptau.

Irgendwann verschwanden sie in den Grundstücken, und da ich keine Chance hatte, dem zu folgen, bin ich nach Hause gegangen. Schon bald aber tauchte Timmy auch dort auf. Pinky wars offensichtlich zufrieden und ließ ihn ziehen.

Aber ins Hause wollte Timmy dann doch noch nicht. Statt dessen sind wir über die Pinky-abgewandte Seite des Talwegs gezogen, und er hat diesesmal die Gegend bis zum Staubitzschen Hof erkundet. Insgesamt waren wir wieder ziemlich lange unterwegs. Unterwegs haben wir außerdem noch Cooky getroffen, einen kleinen Hund aus dem Talweg. Der war aber sehr höflich – statt dem Kater nachzurennen, hat er sich hingesetzt und ihm zugesehen. Irgendwann war dann selbst Timmy den Regen leid und ist mir bereitwillig nach Hause gefolgt, wo er sich erst mal wieder stärken mußte.

Jetzt mault er schon wieder rum er will raus, aber einen Moment muß er noch warten, denn seine Abenteuer finde ich richtig spannend und möchte gerne noch mal dabeisein, so er mich läßt.

Timmy Schwarzenegger

Ich wollte ja ursprünglich die Geschichte von Timmy und dem Schrank erzählen. Das wird hiermit nachgeholt.

Die Nächte verbringt der Kater nach wie vor bei mir im Schlafzimmer, denn ganz unbeaufsichtigt wollen wir ihn und den Hund nicht frei rumlaufen lassen. Irgendwann begann Timmy zu kratzen und zu maunzen, was ich aber nicht groß beachtet habe, das macht er abends jetzt immer an der Tür, irgendwann gibt er auf, wenn er merkt, daß er nicht rauskommt. Ich stecke mir einfach Stöpsel in die Ohren, da dringt das ganze nur noch gedämpft zu mir durch. (Neulich hatten wir die Tiere mal anders verteilt und Timmy war außerhalb meines Zimmer. Nach kurzer Zeit fing er an, von außen an meiner Tür zu kratzen und zu maunzen … 🙂 )

Und richtig, nach einiger Zeit war Stille. Am nächsten Morgen allerdings fehlte die Kampfschmuser-Begrüßung. Kein Kater. In keiner Ecke in die ich schaute. Im Schrank konnte er ja wohl nicht sein. Zwar lag merkwürdiger Weise der Schlüssel auf dem Boden, aber es handelt sich um eine schwere Spiegel-Doppeltür, außerdem lehnten noch drei große Sperrholzplatten mit einem Gesamtgewicht von fast 7 kg davor (ich habe es später ausgewogen).

Oder? Sicherheitshalber habe ich die Tür mal aufgemacht, und da lugte ein rot-weißes Gesicht unter meinen Kleidern hervor 🙂 Wie diese halbe Portion sich da durchgearbeitet hat, hätte ich gerne mal gesehen!

Timmys zweites Abenteuer

Eigentlich wollte ich heute nur ein kleines Anekdötchen erzählen über einen Kater, der sich in einen Schrank eingeschlossen hat, aber dann hat Timmy gestern morgen gedacht, er setzt noch einen drauf: Einen Moment haben wir nicht aufgepaßt, und schon war Timmy draußen. Ach du Schande! Wir hatten doch am Wochenende erst festgestellt, daß er sich nach kurzer Umgebungserkundung ziemlich zielgerichtet in eine Richtung bewegt hatte.

Wir haben versucht, ihn wieder einzusammeln, aber dieses mal war er vorgewarnt, und wir haben unsere Versuche bald wieder eingestellt, um ihn nicht weiter zu verunsichern. Stattdessen haben wir so gut wie möglich versucht, ihn im Auge zu behalten.

Die am Wochenende erkundeten Grundstücke hat er schnell hinter sich gelassen und statt dessen den restlichen Talweg erkundet. Diese Straße macht eine Schlaufe um eine Doppelreihe Grundstücke herum und ist auch außen von Häusern umgeben. Timmy mal auf der linken Seite, mal auf der rechten, mal in der Mitte. Dirk und ich auf beiden Seiten unterwegs um abzupassen, wo er das nächste mal wieder rauskommt. Nach und nach trafen wir dabei auf den einen oder anderen Bewohner unserer Straße, sodaß bald der halbe Talweg informiert war.

Mittlerweile waren wir beide schon ziemlich verfroren. Irgendwann ging Timmy dazu über, mir hinterher zulaufen, und ich habe ihn zu unserem Haus gelotst, aber nach der Erkundung des Carports konnte er sich nicht entschließen, reinzukommen. Statt dessen ging das selbe Spielchen wieder von vorne los – Talweg erkunden. Dieses mal sind wir aber sozusagen gemeinsam um die Häuser gezogen: Timmy erkundetet noch mal Grundstücke, ich habe jeweils davor gewartet, dann sind wir zum nächsten weitergezogen. Dirk und ich hatten uns vorgenommen, ihn auf keinen Fall zu bedrängen. Er sollte vollkommen freiwillig ins Haus zurückkehren.

Timmy fand das Spiel inzwischen glaube ich ganz lustig. Er schaute noch mal beim Haus vorbei, dann drehte er eine dritte Runde um den Talweg 🙂 Mal folgte ich ihm, mal folgte er mir. Doof war nur (aus unserer Sicht), daß es so kalt war und daß wir eigentlich beide schon längst auf der Arbeit sein mußten. Da der Kater aber offensichtlich nicht schnurstracks in seine alte Heimat ziehen wollte, ist Dirk schließlich gefahren (nicht ohne mir vorher noch eine wärmere Jacke, ein Telefon, Handschuhe etc. zu bringen), während sich mein zum Glück sehr verständnisvoller Chef davon überzeug ließ, daß ich erst kommen konnte, nachdem unsere Katze wieder daheim war.

Wahrscheinlich war der Talweg inzwischen etwas langweilig geworden, deswegen erkundeten wir nach einem weiteren kurzen Abstecher zu unserem Haus als nächstes noch ein Stück Hauptstraße (der dorthin führende Häuserweg war Timmy ja schon bekannt, da ist er geradenwegs durch). Danach konnte ich ihn wieder ein Stück Richtung Heimat bewegen, aber unterwegs mußte er unbedingt noch in den Gartenweg abbiegen. Zum Glück konnten wir den recht schnell abarbeiten.

Schließlich, endlich, nach fast zweieinhalb bibberkalten Stunden, bequemte sich der Herr, ins Haus zurückzukehren, wo er sich erstmal den Bauch vollgeschlagen hat. Und ich konnte endlich arbeiten gehen.

Aber diese gemeinsame Unternehmung fand er offensichtlich gut. Als ich zwischendurch bei Dirks Auto anhielt, um Jacke, Handschuhe etc. entgegenzunehmen, hat er sich zunächst auf den Bürgersteig gesetzt und uns zugesehen. Nur als es zu lange dauerte, ist er schon mal ohne mich weitergezogen.

Der Knoten scheint jetzt geplatzt zu sein. Allerdings wollen wir das nächste mal auch nochmal dabeisein. Auch wollen wir sicherstellen, daß er jederzeit reinkommen kann, wenn er das will, und zwar ganz freiwillen, und da wir beide noch weg müssen, kommt er heute nicht mehr raus. Wer weiß, wie lange er diesesmal draußen bleiben möchte 🙂 Daher muß er aufs Wochenende warten.

Timmys zweite Woche

(Die ersten Artikel zu Timmys Einzug findet Ihr auf Dirks Blog: „Neus Familienmitglied: Timmy!“ und „Bekanntmachen von Timmy mit Scotty bzw. Timmys erste Woche„

Nachdem Timmy zunächst vormittags, während die Tiere alleine daheim waren, erstes Stockwerk und Flur erkunden konnte (während Scotty auf Wohnzimmer/Küche beschränkt war), hatte er diese Woche Gelegenheit, sich den Rest des Hauses anzueignen. Allzu begeistert war er davon allerdings nicht, er wollte lieber wieder in seine vertrauten Räume oben. Daher gab es erst mal Futter nur noch unten im Wohnzimmer.

Nachmittags habe ich dann, wann immer Zeit war, Scotty dazugeholt, zunächst mal noch mit Leine und Maulkorb. Die Annäherung habe ich Timmy überlassen. Scotty bekam, wann immer er ruhig liegenblieb während der Kater – noch auf Entfernung – an ihm vorbei ging oder sich sonstwie im Zimmer bewegte, Leckerlies reingstopft (in den Maulkorb habe ich zu diesem Zweck vorne eine größere Öffnung geschnitten).

Außerdem habe ich mit Scotty im Wohnzimmer die ersten Schritte der Zielobjektsuche trainiert. Das fand er so spannend, daß er den Kater vorübergehend ganz vergessen hat. Timmy hat währenddessen auf der Fensterbank gesessen und sich das ganze angesehen. Auf die Art ist der Abstand zwischen den beiden immer kürzer geworden. Zwar faucht der Kater noch, wenn Scotty für seinen Geschmack zu nahe kommt, aber wie Dirk richtig bemerkte: Man kann ja nicht erwarten, daß die beiden nach zwei Wochen schon die besten Freunde sind. Den Maulkorb habe wir seit gestern weggelassen.

Gestern Abend bot sich mir dann ein Bild des Friedens: Dirk lag auf dem Sofa, wo er eingeschlafen war, oben auf der Sofalehne rekelte sich ganz entspannt Timmy, und Scotty arbeitete sich bis ans Sofa heran (einigen Leckerlies folgend, die da noch herumlagen) und ließ sich dann direkt unterhalb der anderen beiden nieder 🙂 Ein Bild dazu folgt, sobald ich weiß, wie das funktioniert…

Außerdem habe ich Timmy gestern chippen lassen, denn heute wollen wir ihn das erste Mal vor die Tür lassen. Er bekommt hier drinnen nämlich langsam einen Lagerkoller. Er steht miauend vor den Türen nach draußen, und gestern Nacht veranstaltete er plötzlich Jagdspielchen unter meiner Decke, wobei eine Kralle in meinem Oberschenkel landete. Als nächstes biß er mir mal versuchtsweise in die Nase… 🙂 Das muß geschmeckt haben, denn eine halbe Stunde später hat er das noch mal gemacht.

Update 15.12.

Gestern war also Timmys großer Tag, das erste mal in seiner neuen Heimat vor der Tür. Alles fing richtig gut an, das Katertier zog ganz ohne Scheu im wahrsten Sinne des Wortes „um die Häuser“. Zunächst erkundete er die direkt an uns grenzenden Grundstücke, dann arbeitet er sich spiralförmig nach außen weiter.

Dann allerdings bewegte er sich ziemlich zielstrebig den Häuserweg runter, die Grundstücke links und rechts davon immer nur kurz erkundend. Zu diesem Zeitpunkt war nur noch Dirk bei ihm, da ich einen kleinen Gang mit Scotty machte. Am Ende des Häuserwegs überquerte er die Hauptstraße und folgte dieser auf den angrenzenden Grundstücken nach rechts. Spätestens jetzt bekam Dirk es doch mit der Angst zu tun, daß Timmy auf der Suche nach seinem alten Revier ist und hat ihn wieder eingesammelt (was der Kater natürlich überhaupt nicht witzig fand).

Er findet es zwar noch genauso doof wie bisher, weiter eingesperrt zu sein, aber ich schätze, wir müssen doch noch eine Weile warten, bis Timmy das nächste mal raus kann.

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