Gemeinsam

Das gemischte Rudel wächst immer weiter zusammen. Jetzt ist es Scotty schon zum wiederholten Male passiert, daß er Timmy über das Gesicht geschlabbert hat. Das erste mal war vor etwa zwei Wochen. Da kam ich nach Hause, und wie so häufig saßen Hund und Kater in der Nähe der Tür.

Timmy witschte beim Öffnen der Tür sofort raus, Scotty zog sein übliches Begrüßungsritual durch, bei dem er einem durch die Beine tunnelt. In seiner Begeisterung zog er dabei schnell noch zwei mal die Zungenspitze über die Nase des hinter mir stehengebliebenen Katers. Timmy war wenig begeistert… 🙂

Das nächst Mal habe ich nicht selber gesehen, da kam ein Junge von nebenan ganz aufgeregt angelaufen und erzählte, Scotty und Timmy hätten sich soeben im Garten geküßt. 🙂

Und vorgestern, es war wieder, als ich nach Hause kam, zog Scotty im Verlaufe der allgemeinen Begrüßung seine Zunge in ganzer Breite quer über das Gesicht des auf der Treppe sitzenden Katers. Timmys angewiderte Grimasse war Geld wert. Mit zusammengekniffenen Augen schob er sich rückwärts erst eine, dann zwei Stufen hoch und hob etwas eine Pfote. 😀

Danach gingen wir wie üblich zusammen spazieren. Leider gibt es keine Photos von den „Küssen“, bei sowas hat man grundsätzlich nicht die Kamera parat. Statt dessen hier mal wieder eine Reihe Aufnahmen von gemeinsamen Spaziergängen:

Scotty hat sich jetzt auch schon mindestens zwei mal bemüht, Timmy zum Spielen aufzufordern. So richtig mit Vorderkörpertiefstellung und Schnauben. Der Kater wußte allerdings nicht so recht was damit anzufangen. Beim ersten mal wurde ihm die Sache zu viel und er ist weggelaufen. Das ging dann in eine Verfolgung durch Scotty über, die aber nicht sehr ernst gemeint war. Beim nächsten Versuch hat er das ganze einfach ignoriert.

Dafür läuft Timmy jetzt ab und an Attacken auf den Hund. Dabei haut er mit einer Pfote nach ihm. Das wiederum ist Scotty etwas unheimlich. Da treffen ganz offensichtlich zwei Fremdsprachen aufeinander.

Am Ende des Tages trifft man dann aber auf sowas:

Spaziergänge

Im Augenblick lädt das Wetter ja eher weniger zum Spazierengehen ein – ein Regen- oder Hagelschauer jagt den nächsten. Dazwischen hetzt man mal eben für eine Pinkelrunde nach draußen, in der Hoffnung, es vor dem nächsten Guß wieder heim zu schaffen. Für den Kater ist sowas Pfotenschüttel-Wetter: bei sich bietenden Unterstellmöglichkeiten raus aus der Nässe und nacheinander die Pfoten angewidert abschütteln und gründlich putzen…. 🙂

Wobei ich sagen muß, daß Timmy wettermäßig hart im Nehmen ist. Hauptsache er wird mitgenommen. Neulich z. B. stürmte es heftig über die Felder, sodaß der Kater direkt Schwierigkeiten mit der Spurtreue hatte, wenn er den Wind von der Breitseite bekam. Aber da hat er sich halt eine Ackerfurche gesucht und ist darin weitergelaufen. Und gegen den Wind hatte er offensichtlich sogar Spaß dabei, da hopste und gallopierte er fröhlich vor uns her – während Scotty mit seinem derzeit langen Haar bei Gegenwind aussah wie ein Werwolf. 🙂

Übrigens haben wir unser Spaziergangsgebiet noch erheblich erweitert. Immer an den Knicks entlang, vorzugsweise abseits der Wege, haben wir jetzt zu dritt schon so einige Felder umrundet. Dabei gilt es immer auf andere Hunde zu achten. Neulich beispielsweise – Timmy hielt sich noch mit Pfoten-Abschütteln unter einem Scheunenvordach auf – kamen uns Scottys Nachbarn und Lieblingsfeinde, zwei Dalmatiner, entgegen. Ihr Frauchen und ich haben uns ein Weilchen unterhalten, während der Rüde an der Lein blieb und Scotty die Hündin angraulte. Irgenwann schaute ich mich mal Richtung Kater um, und da hatte der sich doch tatsächlich im hohen Gras, soweit die Deckung es ermöglichte, an uns herangeschlichen und schaute sich das ganze an. Wie heißt doch der schöne Spruch: „Curiosity kills the cat.“…. Außer mir hat ihn aber niemand bemerkt.

Mittlerweile ist es ja schon so weit, daß man ohne Kater nicht mehr loskommt, wenn der sich gerade ebenfalls draußen aufhält. Neulich wollte Dirk mit Scotty joggen gehen, und bis vor Kurzem hat Timmy das Mitkommen bei dem Tempo sehr schnell aufgegeben. Nicht so diesesmal. Ein paar Felder weiter sah Dirk ihn plötzlich angesaust kommen. Offenbar hatte er quer über ein Feld eine Abkürzung genommen und lief nun auf Abfangkurs auf eine Wegkreuzung zu. Hätte er sprechen können, meint Dirk, hätte er wahrscheinlich gerufen: „Anhalten, ihr habt mich vergessen!“ Das war’s dann mit dem Joggen – es waren einfach zu viele Hunde unterwegs.

Und hier jetzt mal wieder ein paar Bilder. Wie üblich: zum Vergrößern anklicken und dann unten mit den Pfeilen weiter. Noch mal draufklicken und man ist aus dem Bildmodus wieder raus. (Im vorhergehenden Artikel „Mal wieder was vom Kater“ sind übrigens auch noch ein paar Bilder dazugekommen.)

P.s.: Das Verhältnis zwischen Scotty und Timmy wird nach und nach immer besser. Wenn der Kater jetzt von einem Ausflug wiederkommt, will Scotty ihn unbedingt nach Hundemanier begrüßen, nämlich am Hintern beschnüffeln. Timmy findet das nicht so wirklich klasse, wehrt sich aber auch nicht, er bleibt nur halt nicht stehen. Bis neulich, da ist er angehalten und hat seine Nase kurz der des Hundes entgegengestreckt: Begrüßung auf Katzenart.

Am Ende wird das noch eine Freundschaft. Wenn die beiden dann auch noch gemeinsam ihre Haare beiseitigen, die überall im Haus herumfliegen, bin ich rundum zufrieden. 🙂 Es ist ja unglaublich, was so ein Kater an Haaren abwirft. Mehr als der Hund. Und zwar nicht relativ sondern absolut!

Mal wieder was vom Kater

Jetzt habe ich ja schon eine Weile nichts mehr hier veröffentlicht, aber das liegt einfach daran, daß Timmy sich völlig eingelebt hat und nicht mehr dauernd etwas sensationell Neues passiert. Außerdem schleppe ich die Kamera nicht mehr so viel mit, weil ich die Spaziergänge mit den beiden Tieren mal ohne ständig die Linse dazwischen genießen möchte.

Scotty ist nun offenbar klar, daß der Kater endgültig dazugehört, sozusagen ein Rudelmitglied ist. Und ein solches stellt auch einen Konkurrenten dar und man sollte ihm nicht alles durchgehen lassen. Zum Beispiel fand der Hund es nicht mehr statthaft, daß Timmy ins Bett kommt, während er davor liegt. Da haben aber immer noch Dirk und ich das letzte Wort. 🙂

Außerdem hat Scotty sich länger andauernde Protest-Bell-Aktionen angewöhnt. Er war halt bisher ein verwöhntes Einzelkind…

Aber ansonsten läuft alles weiter sehr gut zwischen den beiden. Beispielsweise kann ich Timmy mittlerweile gefahrlos in den Garten lassen, während der Hund dort sein Futter zusammensucht. Der Kater schaut dann schon mal dabei zu. Und da Timmy wie gesagt nun ein Rudelmtglied ist, müssen die Stellen, wo er schnüffelt, interessant sein. Also wartet Scotty auf unseren Spaziergängen gern mal gespannt aber geduldig neben ihm ab, bis Timmy mit Schnüffeln fertig ist und weitergeht, um sich dann selber zum Ort des Interesses zu begeben.

Auf diesen Spaziergängen kann es ja immer mal vorkommen, daß andere Hunde auftauchen. Sind sie noch sehr weit weg, gehen wir halt woanders lang. Sind sie schon etwas zu nahe, duckt Timmy sich weg, während Scotty und ich weitergehen und das Interesse auf uns ziehen.

Neulich allerdings tauchte ein Stück entfernt Rocky auf. Rocky ist ein sehr alter Collie, der sich langsam schwankend hinter seinem Herrchen her bewegt. Er dürfte Timmy kein Unbekannter sein, da er häufiger an Rockys Grundstück vorbeikommt, der dann aber einfach nur ruhig liegen bleibt. Und auch hier draußen auf freiem Feld schätzte der Kater ihn offensichtlich (und richtig) als ungefährlich ein, denn er blieb einfach mitten auf dem Weg sitzen, bis Rocky und Herrchen direkt an ihm vorbeigezogen waren. 🙂