Neues vom Kater

Wenn Timmy nicht draußen unterwegs ist, hält er sich im Allgemeinen entweder auf dem Sofa auf (zur Not auch mal auf der anderen Seite des Möbelstücks, wenn „seine“ Seite von Scotty belegt ist), oder er ist bei Dirk im Arbeitszimmer. Auf dem zweiten Stuhl oder auf dem Schreibtisch. Besonders, wenn Dirk dort arbeitet, ist der Schreibtisch ein bevorzugter Platz.

Genauer müßte man wohl sagen: wenn Dirk versucht, zu arbeiten, denn der Kater berherrscht ausgeklügelte Verhinderungstaktiken. Diese zum Beispiel: 🙂

Anschließend erholt er sich von diesem anstrengenden Treiben auf echte Katzenart in einem Pappkarton, den Dirk ihm auf den Schreibtisch gestellt hat:

Die Woche hatte Timmy mal wieder eine handfeste Auseinandersetzung. Unsere Nachbarin erzählte, daß sie spät abends Katzengejaule im Garten hörte, worauf sie nach draußen ging, die Störenfriede heimschicken. Die Katzen verzogen sich aber nur zum Carport und machten dort weiter. Nachbarin also wieder raus, noch mal vertreiben. Mit dem Ergebnis, daß zwei bis drei Katzen unter Gepolter und Geschepper in alle Richtungen aus dem Carport sausten. Bei uns stand anschließend das vor der Tür:

(Das war wirklich ein Mykrometer vom Auge entfernt. An der Nase waren auch noch zwei Löchlis, die sieht man hier nicht.)

Unsere gemeinsamen Spaziergänge finden auch weiterhin statt. Wenn ich von der Arbeit komme sowieso, und die letzten Tage war der Kater bei der letzten Pinkel-Runde, die Dirk vor dem zu-Bett-Gehen mit Scotty dreht, auch mit dabei.

Gestern und heute Morgen ist er sogar morgens mit auf die Felder gekommen. Dort habe ich Suchspiele oder ähnliches mit Scotty gemacht, während Timmy die Gegend erkundete. Das würde ich aber nach Möglichkeit später am Tag nicht machen, da laufen dort zu viele Hunde herum.

Zwei mal ist es Timmy jetzt schon passiert, daß er sich von Scottys Schwung hat mitreißen lassen und ihm hinterhergelaufen ist. Vorgestern z. B. sind sie gemeinsam ein Stückchen einer Amsel hinterher gejagt. Sehr lustig finde ich es auch, wenn der Kater ein Stück vorläuft und sich hinter einer Hecke o. ä. auf die Lauer legt, um dann – wusch!!! – vor uns vorbeizusausen, wenn wir in die Nähe kommen. 🙂

Ohne Leine!

Gestern und vorgestern habe ich Scotty bei unseren gemeinsamen Ausflügen mit Timmy an der Schleppleine statt an der kurzen Leine geführt. Das klappte so wunderbar, daß ich gestern Nachmittag beschloß, es mal ohne Leine zu versuchen.

Ein voller Erfolg! Scotty war mit Prey Dummy, ein paar Dog Dancing Elementen u. ä. beschäftigt, da versuchte er nicht mal hinterherzulaufen, wenn Timmy an uns vorbeisauste.

Heute Morgen hat Scotty wie üblich sein Frühstück im Garten zusammengesucht. Unüblich allerdings war Timmys Gegenwart. Ging ebenfalls ganz prima. Zwar hat Scotty ein paar Ansätze gezeigt, dem Kater hinterherzulaufen, als dieser einen verrückte-fünf-Minuten-Anfall bekam, ließ sich aber jedesmal sofort wieder abrufen. Ich bin sicher, daß das Spielverhalten war, wie er es auch uns oder anderen Hunden gegenüber zeige würde. Trotzdem, bis er das darf, warten wir lieber noch ein kleines bischen.

Hessische Hundeverordnung verschärft

Die Hessische Hundeverordnung war schon schlimm genug:

„Gefährliche Hunde sind (neben bestimmten gelisteten Rassen, Anm. Karin) auch diejenigen, die einen Menschen gebissen oder in Gefahr drohender Weise angesprungen haben, sofern dies nicht aus begründetem Anlass geschah, die ein anderes Tier durch Biss geschädigt haben, ohne selbst angegriffen worden zu sein oder die einen anderen Hund trotz dessen erkennbarer artüblicher Unterwerfungsgestik gebissen haben oder die durch ihr Verhalten gezeigt haben, dass sie unkontrolliert andere Tiere hetzen oder reißen.“ (§ 2 Abs. 2 HundeVO).

Wird ein solcher Hund angezeigt, hat er in den meisten Fällen einen Wesenstest zu machen. Besteht er diesen nicht – und jetzt kommt es ganz dick im Vergleich zu anderen Bundesländern – ist der Hund einzuschläfern. Punkt! Keine Chance der Wiederholung. Und der Gesetzestext erlaubt eine Menge Interpretation!

Beispiel: Laß zwei Hunde miteinander spielen, das Spiel schlägt um in Agressionsverhalten (ist jedem schon mal passiert) und einer der Hunde trägt ein Löchli davon. Zeigt der Besitzer dieses „geschädigten“ Hundes den anderen an, kann es ganz schnell zum Wesenstest kommen.

Jetzt ist obiger Text noch erweitert worden:

„(Gefährliche Hunde sind) Hunde, die aufgrund ihres Verhaltens die Annahme rechtfertigen, dass sie Menschen oder Tiere ohne begründeten Anlass beißen“

Ich stelle mir da z. B. gerade den ein oder anderen Hund hier im Dorf vor, der auf seinem Grundstück hinter dem Zaun den Macker markiert.  Das läßt sich doch prima als aggressives Verhalten deuten, das vermeintlich obige Annahme rechtfertigt. Das so ein Kandidat sofort den Mund hält und sich ganz friedlich verhält, wenn keine Zaun mehr dazwischen ist, nützt dem Angezeigten auch nichts, denn ist der Hund erst mal in der Mühle der Behörden, kommt er da kaum wieder raus.

Diese Hundeverordnung kann wirklich jedem Hund gefährlich werden, der natürliches Verhalten an den Tag legt. Vielleicht sollten wir uns in Zukunft ausgestopfte Hunde zulegen, die verhalten sich wenigstens gar nicht.

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