Unterwegs mit Katz und Hund

Gestern kam ich unerwartet spät von der Arbeit nach Hause, draußen war es schon dunkel. Zwar hatte meine Nachbarin Scotty kurz mit raus genommen, aber wirklich unterwegs war er noch nicht gewesen. Timmy war natürlich auch schon schwerst ungeduldig. Wem also zuerst gerecht werden?

Aber dann dachte ich mir, Samstag und Sonntag hat der Zug mit Timmy durch die Gemeinde so prima geklappt, warum jetzt nicht mal mit beiden Tieren versuchen?

Hier erst noch ein paar Bilder vom Sonntag:

Gedacht, getan, Scotty an die Leine, Leckerli-Beutel an den Gürtel (gefüllt mit Brekkies statt Hundeleckerlies, denn z. Zt. bekommt Scotty so viele Belohnungen verpaßt, daß wir mal kleinere Stücke verwenden müssen), und ab ging es in den Talweg.

Und da lief dann alles ganz wie die anderen Male vorher auch, nur eben noch mit Hund dabei. Timmy bestimmte Richtung und Tempo, Scotty und ich warteten brav, bis er ein Grundstück abgearbeitet hatte und uns abholte, um zum nächsten zu wechseln. Als ich zwischendurch mal eine Weile stehen blieb, um mich mit jemandem zu unterhalten, tat er uns den Gefallen und erkundete die umliegenden Grundstücke etwas länger. Außerdem hat Timmy eine weitere Nachbarskatze kennengelernt, allerdings haben die beiden sich nur etwas angefaucht und sich dann wieder getrennt. So souverän wie Pinky war diese Katze nicht. Bei den Leuten, die mitbekamen, wer da gemeinsam unterwegs war, waren wir natürlich der Renner 🙂

Bilder gibts von dieser Tour natürlich leider nicht, dafür ware es schon zu dunkel.

Heute habe ich Timmy alleine auf die Walz geschickt. Mittlerweile weiß er, wie er wieder her findet, und als er mit Pinky aneinander geraten ist, hat er sich auch hierher geflüchtet. Ich bin mal gespannt, wie lange er alleine unterwegs ist (bisher sind es knapp zwei Stunden). Die zweieinhalb Stunden, die er bisher draußen täglich hatte, waren ihm auf jeden Fall zu wenig, nach einiger Zeit drinnen wurde er wieder maulig und jammerte an der Tür 🙂

Update:

Soeben ist der Herr Kater wieder daheim aufgetaucht (nach ziemlich genau zwei Stunden) und schlägt sich gerade im Hausarbeitsraum den Bauch voll. Als er an der Terassentür erschien, ist Scotty erst mal bellend auf ihn zugestürzt, aber das hat Timmy nicht sonderlich beeindruckt. Er ist halt schnell nach vorne zur Haustür gelaufen, um dort reingelassen zu werden.

Timmy wieder unterwegs

Nachdem das am Mittwoch so wunderbar geklappt hatte, haben wir gestern wieder einen gemeinsamen Ausflug gemacht. Sprich: Timmy hat die Richtung bestimmt, ich bin ihm gefolgt und habe in altbewährter Manier vor dem jeweils zu erkundenden Grundstück gewartet.

Gleich zwei Grundstücke weiter tauchte Pinky auf, seines Zeichens unkastrierter Kater und Platzhirsch. Timmy kauerte sich hin und stimmte dieses charakteristische andauerende Katzengejaule an, während Pinky sich ganz langsam näherte. Auf eine gewisse Entfernung blieb er stehen, und dann spielten die beiden (Timmy weiterhin ununterbrochend jaulend) das Spiel „wer bewegt sich zuerst“. Wäre nicht nach einer Weile die Grundtücksinhaberin mit dem Auto nach Hause gekommen, wäre das wahrscheinlich noch eine ganze Weile so weitergegangen. Angesichts des Autos ist Timmy aber schnell ins Gebüsch hinter sich gesprungen, Pinky hinterher, dann gabs Katzengekreische, dann wurde sich wieder angestarrt.

Schließlich hat Timmy sich vom Acker gemacht. So einfach ließ Pinky ihn aber nicht davonkommen. Man kennt das doch aus Thrillern im Fernsehen: Während das Opfer wegrennt, folgt ihm der Bösewicht in aller Seelenruhe im Schrittempo, ohne je abgehängt zu werden. So muß man sich vorstellen, was nun folgte. Timmy lief geduckt ins nächste Grundstück, Pinky folgte ihm, fast schlendernd, aufrecht hinterher. Timmy über die Straße ins nächste Grundstück, Pinky schön langsam im Schlepptau.

Irgendwann verschwanden sie in den Grundstücken, und da ich keine Chance hatte, dem zu folgen, bin ich nach Hause gegangen. Schon bald aber tauchte Timmy auch dort auf. Pinky wars offensichtlich zufrieden und ließ ihn ziehen.

Aber ins Hause wollte Timmy dann doch noch nicht. Statt dessen sind wir über die Pinky-abgewandte Seite des Talwegs gezogen, und er hat diesesmal die Gegend bis zum Staubitzschen Hof erkundet. Insgesamt waren wir wieder ziemlich lange unterwegs. Unterwegs haben wir außerdem noch Cooky getroffen, einen kleinen Hund aus dem Talweg. Der war aber sehr höflich – statt dem Kater nachzurennen, hat er sich hingesetzt und ihm zugesehen. Irgendwann war dann selbst Timmy den Regen leid und ist mir bereitwillig nach Hause gefolgt, wo er sich erst mal wieder stärken mußte.

Jetzt mault er schon wieder rum er will raus, aber einen Moment muß er noch warten, denn seine Abenteuer finde ich richtig spannend und möchte gerne noch mal dabeisein, so er mich läßt.

Timmys zweites Abenteuer

Eigentlich wollte ich heute nur ein kleines Anekdötchen erzählen über einen Kater, der sich in einen Schrank eingeschlossen hat, aber dann hat Timmy gestern morgen gedacht, er setzt noch einen drauf: Einen Moment haben wir nicht aufgepaßt, und schon war Timmy draußen. Ach du Schande! Wir hatten doch am Wochenende erst festgestellt, daß er sich nach kurzer Umgebungserkundung ziemlich zielgerichtet in eine Richtung bewegt hatte.

Wir haben versucht, ihn wieder einzusammeln, aber dieses mal war er vorgewarnt, und wir haben unsere Versuche bald wieder eingestellt, um ihn nicht weiter zu verunsichern. Stattdessen haben wir so gut wie möglich versucht, ihn im Auge zu behalten.

Die am Wochenende erkundeten Grundstücke hat er schnell hinter sich gelassen und statt dessen den restlichen Talweg erkundet. Diese Straße macht eine Schlaufe um eine Doppelreihe Grundstücke herum und ist auch außen von Häusern umgeben. Timmy mal auf der linken Seite, mal auf der rechten, mal in der Mitte. Dirk und ich auf beiden Seiten unterwegs um abzupassen, wo er das nächste mal wieder rauskommt. Nach und nach trafen wir dabei auf den einen oder anderen Bewohner unserer Straße, sodaß bald der halbe Talweg informiert war.

Mittlerweile waren wir beide schon ziemlich verfroren. Irgendwann ging Timmy dazu über, mir hinterher zulaufen, und ich habe ihn zu unserem Haus gelotst, aber nach der Erkundung des Carports konnte er sich nicht entschließen, reinzukommen. Statt dessen ging das selbe Spielchen wieder von vorne los – Talweg erkunden. Dieses mal sind wir aber sozusagen gemeinsam um die Häuser gezogen: Timmy erkundetet noch mal Grundstücke, ich habe jeweils davor gewartet, dann sind wir zum nächsten weitergezogen. Dirk und ich hatten uns vorgenommen, ihn auf keinen Fall zu bedrängen. Er sollte vollkommen freiwillig ins Haus zurückkehren.

Timmy fand das Spiel inzwischen glaube ich ganz lustig. Er schaute noch mal beim Haus vorbei, dann drehte er eine dritte Runde um den Talweg 🙂 Mal folgte ich ihm, mal folgte er mir. Doof war nur (aus unserer Sicht), daß es so kalt war und daß wir eigentlich beide schon längst auf der Arbeit sein mußten. Da der Kater aber offensichtlich nicht schnurstracks in seine alte Heimat ziehen wollte, ist Dirk schließlich gefahren (nicht ohne mir vorher noch eine wärmere Jacke, ein Telefon, Handschuhe etc. zu bringen), während sich mein zum Glück sehr verständnisvoller Chef davon überzeug ließ, daß ich erst kommen konnte, nachdem unsere Katze wieder daheim war.

Wahrscheinlich war der Talweg inzwischen etwas langweilig geworden, deswegen erkundeten wir nach einem weiteren kurzen Abstecher zu unserem Haus als nächstes noch ein Stück Hauptstraße (der dorthin führende Häuserweg war Timmy ja schon bekannt, da ist er geradenwegs durch). Danach konnte ich ihn wieder ein Stück Richtung Heimat bewegen, aber unterwegs mußte er unbedingt noch in den Gartenweg abbiegen. Zum Glück konnten wir den recht schnell abarbeiten.

Schließlich, endlich, nach fast zweieinhalb bibberkalten Stunden, bequemte sich der Herr, ins Haus zurückzukehren, wo er sich erstmal den Bauch vollgeschlagen hat. Und ich konnte endlich arbeiten gehen.

Aber diese gemeinsame Unternehmung fand er offensichtlich gut. Als ich zwischendurch bei Dirks Auto anhielt, um Jacke, Handschuhe etc. entgegenzunehmen, hat er sich zunächst auf den Bürgersteig gesetzt und uns zugesehen. Nur als es zu lange dauerte, ist er schon mal ohne mich weitergezogen.

Der Knoten scheint jetzt geplatzt zu sein. Allerdings wollen wir das nächste mal auch nochmal dabeisein. Auch wollen wir sicherstellen, daß er jederzeit reinkommen kann, wenn er das will, und zwar ganz freiwillen, und da wir beide noch weg müssen, kommt er heute nicht mehr raus. Wer weiß, wie lange er diesesmal draußen bleiben möchte 🙂 Daher muß er aufs Wochenende warten.