Der Hundeführerschein

Ich wollte schon längst von unserer Hundeführerscheinprüfung erzählt haben. Die haben Scotty und ich nämlich am 07.11.2008 bei der Hundeschule Gießen (Angelika Stahl) abgelegt!

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Zunächst haben wir zusammen mit Dina (Schäferhundmix), Debbie (Altdeutscher Schäferhund), Wanda (Cockerspaniel), Boda (Mix) und Mascha (Irischer Wolfshund) und ihren Frauchen bei Angelika einen Kurs gemacht, in dem wir uns sehr genau auf die Prüfung vorbereiten konnten. Am Tag X dann versammelten wir uns morgens um halb zehn auf dem Hundeplatz. Jeder hatte etwas für das „Buffet“ mitgebracht, das uns über den Tag aufrecht halten sollte, denn die Prüfung würde bis etwa 17:00 Uhr dauern. Damit die Nahrungsmittel vor den Hunden sicher waren, haben wir sie hinter Gittern aufgebaut, was zu folgendem bizarren Anblick führte:

[Bild Menschenzoo]

Eine halbe Stunde später kam auch Mechthild Schwittai, unsere Prüferin. Eine kurze Begrüßung, eine Tasse Tee, dann ging es los. Nach Kontrolle der Chips und der Impfausweise war als erster von insgesamt vier Teilen die Theoretische Prüfung zu bestehen, wie sie vom BHV vorgeschrieben wird. Das war der leichteste Teil, denn den gesamten Fragenfundus, aus dem für die Prüfung ausgewählt wird, findet man in dem Buch Der Hundeführerschein, für das Bestehen reicht zudem schon der gesunde Menschenverstand.

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Danach ging es an die Praxis, zunächst auf dem Platz, wo die Halterin-Hund-Beziehung überprüft wurde. Dafür mußten wir – oder besser: die Hunde – „Sitz“, „Platz“, „Steh“ und „Bei Fuß“ mit und ohne Leine machen, aus der Gruppe abrufen, einen Maulkorb oder eine Maulschlinge anlegen, die Hunde an herumliegendem Futter vorbeilotsen usw. Lief dank guter Vorbereitung fantastisch. Nur Mascha hatte es etwas schwer, da sie normalerweise vormittags alleine zu Hause und es gewohnt ist, um diese Zeit zu schlafen. Sie kam vor dem Mittag gar nicht richtig in Gang und wäre am liebsten für ein Nickerchen ins Auto verschwunden 🙂

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Um die spätere Mittagszeit kam der Teil im freien Gelände. Dazu gehörte vor dem eigentlichen Gang ins Gelände die Kontrolle der vorschriftsmäßigen Hunde-Unterbringung im Auto und sein Benehmen beim Öffnen der Kofferraumklappe.

Das Gelände umfaßte Feld und Wald. Wir zogen jeweils zu zweit mit Prüferin und Angelika los und mußten zeigen, daß wir unsere Vierbeiner auch draußen unter Kontrolle hatten. Dazu hatte Angelika entlang der Strecke Statisten mit Hunden platziert, die solche Sachen machten wie uns Entgegenkommen, am Wegesrand spielen etc. Auch an einem Futterbeutel am Boden ging es wieder vorbei, und die Hunde mußten liegenbleiben, während Mechthild mit einem Quietsche-Huhn an ihnen vorbei ging.

Die Leine mußte dabei zumindest zeitweise ab sein. Wichtig ist aber, daß man beurteilen kann, wann der Hund wieder angeleint werden sollte, denn es geht ja beim Hundeführerschein nicht darum, einen perfekt erzogenen Vierbeiner vorzuweisen, sondern man soll zeigen, daß man sein Tier richtig einschätzen und situationsgerecht führen kann. Allerdings sollte der Hund gut genug erzogen sein, daß er nicht freudig auf jeden Passanten und Hund zurennt, sobald er sie sieht. Und er muß auch bei Ablenkung abrufbar sein (bzw. – s. o. – rechtzeitig wieder angeleint werden).

Abgerundet wurde dieser Teil durch eine Begegnung mit Pferd.

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Nach einer weiteren Pause mit Stärkung schließlich ging es in die Stadt. Und zwar in diesem Fall durchweg an der Leine. Hier kam es zunächst darauf an, die Tiere rücksichtsvoll an Passanten und anderen Hunden vorbei und sicher durch den Verkehr zu führen. Dann gingen wir in ein Einkaufs-Center, wo auch wieder jeweils Zweier-Teams mit Mechthild loszogen, während der Rest in einem Bistro wartete (auch Teil der Prüfung natürlich, denn ein Hund soll sich ja auch in einer Gaststätte angemessen benehmen).

Mit der Prüferin ging es durch viele Menschen hindurch, in einen Fahrstuhl und in eine Buchhandlung (und wieder an verstreutem Futter vorbei). In der Buchhandlung sollten wir ein bißchen stöbern, um die Situation realistisch zu gestalten. Hochspringen an Menschen, Einkaufstresen u. ä. sollte dabei natürlich nicht vorkommen.

Kleiner Tip, falls Ihr auch eine Führerscheinprüfung zu machen gedenkt: Der Prüfer/die Prüferin wird Euch im Laden vermutlich bitten, den Hund abzulegen und ein Stück von ihm wegzugehen. Hier reagiert Ihr richtig, wenn Ihr erwiedert, daß Ihr das aber normalerweise in so einer Situation nicht machen würdet. Der Prüfer wird Euch Recht geben, jedoch darauf bestehen. Dann macht Ihr es halt, bittet ihn aber, solange für alle Fälle beim Hund zu bleiben.

Ach, und noch ein Tip:  Wenn der Prüfer möchte, daß Ihr Euren Vierbeiner draußen vor dem Kaufhaus anbindet, um ohne ihn reinzugehen: Da weigert Ihr Euch natürlich. (Ich gehe davon aus, daß Ihr auch „im richtige Leben“ nicht auf eine solche Idee kommen würdet!)

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Ja, das war es im Wesentlichen. Zum Abschluß gab es eine Urkunde und eine BHV-Plakette fürs Halsband (der Führerschein fürs Portemomai wurde etwas später nachgeliefert). Und lobende Worte von Mechthild, weil wir alle ziemlich gute Teams waren. Ich war nur heilfroh, daß bei der Übung im Gelände kein Kaninchen auftauchte, sonst wäre der ganze gute Eindruck im Eimer gewesen…

Muß noch erwähnt werden, daß – erstens – Angelika uns sehr gut auf die Prüfung vorbereitet hat und – zweitens – Mechthild eine gelassene und faire Prüferin ist, bei der es richtig Spaß gemacht hat – Außerdem lebt sie mit Briards zusammen, das ist doch per se schon mal sympatisch 😉

Auf Scotty wartete daheim ein Superknochen als Belohnung. Den hatte Silvia gestiftet.

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